Das Ende des Wohlstands

Der kommende hyperinflationäre Abschwung und die wahrscheinlich damit verbundene Kredit- und Kapitalimplosion werden möglicherweise das Ende einer 200-jährigen Epoche des Wachstums in der westlichen Welt markieren. –  Die schwache, vorherrschende Deflation ist nur ein Vorbote der Hyperinflation. Die Angst vor einem deflationären Kollaps zwingt Notenbanken zum Geld drucken.

von Egon von Greyerz, Matterhorn Asset Management

Die Weltwirtschaft wird bald einen beschleunigten und härteren Abschwung erleben, welcher die Verluste zwischen 2007 und Anfang 2009 wie einen Spaziergang aussehen lassen werden.

Das globale Finanzsystem war vorübergehend künstlich am Leben gehalten worden durch Milliarden von gedruckten Dollar, welche die Regierungen „Geld“ nennen. Aber der Effekt dieses gewaltigen Gelddruckens ist kurzlebig, da es nicht möglich ist die auf wertlosem Papier aufgebaute Weltwirtschaft durch selbiges zu retten. Dennoch werden die Regierungen weiterhin Geld drucken, da dies die einzige ihnen bekannte Abhilfe darstellt.

Deswegen werden wir bald in eine Gelddruckphase nie dagewesener Größenordnung kommen. Aber das wird die westliche Welt nicht vor einem Abschwung bewahren, der 20 Jahre, aber sehr wahrscheinlich auch viel länger dauern wird.

 

Das Ende der Epoche

Die hyperinflationäre Baisse in den westlichen Ländern – auch in den U.S.A. und Großbritannien – wird das Ende einer 200-jährigen Epoche seit der industriellen Revolution markieren. Der Großteil des Wachstums in den letzten 100 Jahren und noch spezifischer in den letzten 40 Jahren basiert auf einem unhaltbaren Wachstum der Kreditniveaus. Diese Schulden werden in den nächsten Jahren noch um einige Größenordnungen wachsen, bis die kommende Hyperinflation in der westlichen Welt zu einer Zerstörung der Immobilienpreise und einer Schuldenimplosion führt.

 

In den letzten 100 Jahren hat die westliche Welt ein nie vorher dagewesenes Wachstum der Produktion und Innovation erlebt. Dies führte zu einem signifikanten Anstieg der Lebensqualität. In demselben Zeitraum wuchsen die öffentlichen und privaten Schulden exponentiell und führten zu einem steilen Anstieg der Inflation im Vergleich zu den Jahrzehnten zuvor.

 

 

Seit der Gründung der FED im Jahr 1913 stiegen die Schulden bezüglich des BIP nur allmählich. Aber seit Nixon 1971 die Golddeckung des Dollar abschaffte, kam nahezu jedes Wachstum aus einem drastischen Schuldenanstieg und nicht aus realwirtschaftlichem Wachstum.

Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) war 200 Jahre lang – bis in das frühe 20. Jahrhundert – stabil. Zwischen 1971 und 2010 wuchs der VPI aber um fast 500%. Die Gründe dafür sind unkontrollierte Kreditvergabe und der inflationäre Gelddruck. Die absolute U.S. Verschuldung stieg von $9 Billionen 1971 auf $59 Billionen heute – ohne die ungedeckten Verbindlichkeiten zwischen $70 Billionen und $110 Billionen zu beachten.

 

In absoluten Zahlen wuchs das U.S.-amerikanische BIP zwischen 1971 und 2010 von $1.1 Billionen auf $14.5 Billionen. Somit hat es eine Steigerung der Kredite um $50 Billionen gebraucht damit das jährliche BIP über 40 Jahre hinweg um $13 Billionen stieg. Ohne den drastischen Anstieg der Schulden hätten die U.S.A. höchstwahrscheinlich ein negatives Wirtschaftswachstum im Großteil der letzten 39 Jahre erlebt.

Der kommende hyperinflationäre Abschwung und die wahrscheinlich damit verbundene Kredit- und Kapitalimplosion werden möglicherweise das Ende einer 200-jährigen Epoche des Wachstums in der westlichen Welt markieren.

Nur wenn den Auswüchsen der 70-iger mit einer Korrekturbewegung begegnet würde, könnten wir einen Abschwung von circa 20 Jahren erleben. Aber höchstwahrscheinlich werden wir diese Ära von Beginn an mit der industriellen Revolution im 18. Jahrhundert aufarbeiten und mehr als 100 Jahre benötigen.

 

Somit wird der Westen wohl nach aufregenden und sehr schmerzhaften Zeiten in den nächsten Jahren eine längere Rezession ertragen müssen. Allen Maßlosigkeiten in der Wirtschaft und Gesellschaft muss ein Ende gesetzt werden. Diese unnormalen und unrealen Exzesse betreffen nicht nur Konzernleitungen, Banker, Hedgefonds-Manager oder viel verdienende Sportler sondern auch den kompletten Wegfall ethischer und moralischer Maßstäbe, sowie die Abkehr von der Familie als kleinste Einheit der Gesellschaft.

Die meisten Menschen glauben und hoffen, dass solche Trendwenden heutzutage wegen den der Regierung zur Verfügung stehenden Mitteln nicht möglich sind. Nur sehr wenige Menschen verstehen wahrhaftig, dass es genau diese staatlichen Beeinflussungen, Kontrollen, Regulierungen und das Gelddrucken sind, die unsere Probleme ursprünglich verursacht haben.

 

Macht macht korrupt und mit wachsendem Druck auf die Regierung wächst deren Einflussnahme. Denn sie glauben, dass ihre Regulierung der Wirtschaft die Staaten (Obama) oder die Welt (Gordon Brown) retten wird. Sie verstehen wenig davon, dass jede Einflussnahme, jede Regulation oder jeder gedruckte Geldschein die Probleme der Wirtschaft in vielfältiger Weise verschlimmern.

Die Regierungen haben zwei Möglichkeiten: Die Ausgaben weiter erhöhen und Geld drucken wie die U.S.A. oder Sparpakete wie in Europa zu beschließen. Für welche Option sie sich entscheiden ist belanglos, da der Umkehrpunkt überschritten wurde. Die Wirtschaft der westlichen Welt kann unter keinen Umständen gerettet werden. Trotzdem werden die Regierungen in der U.S.A. und in Europa weiterhin die einzige ihnen bekannte Vorgehensweise anwenden: Geld drucken.

 

Die Regierung stiehlt den Menschen das Geld

Sehr wenige Menschen erkennen, dass der Druck von Geldscheinen eine Form des Diebstahls an dem Geld und der Arbeit der Bürger ist. Geld soll dem Austausch von Gütern und Dienstleistungen dienen und die Werte zwischen ihnen ausbalancieren.

Ein Beispiel: Eine Person arbeitet sehr hart um im Jahr $40.000 in Form von Papiergeld zu verdienen. Die Regierung druckt, wegen ihres Missmanagements und ihrer Inkompetenz, gleichzeitig $40.000 um ihre Schulden zu bezahlen.

 

Somit hat die Regierung durch den Druck eines Knopfes die gleiche Menge Geld erzeugt, für die ein Mensch ein Jahr lang arbeiten musste. Das passiert im Moment überall auf der Welt und wird sich in den nächsten Monaten und Jahren noch beschleunigen und zu einer totalen Zerstörung des Papiergeldes führen. Papiergeld hat komplett seine Funktion als Tauschmittel und Wertbewahrer verloren. Deshalb steigt Gold und wird weiterhin im Vergleich zu vergänglichem Papier, genannt „Geld“, steigen.


Deflation, Inflation oder Hyperinflation

Der einzige Grund warum die U.S.A. einen so großen Schuldenberg anhäufen konnten ist der Status des Dollar als globale Währungsreserve. Deswegen konnten die U.S.A. auch ihre Schulden und Defizite international finanzieren.

Die U.S.A. sind nun an einem Punkt, an dem sich die Schulden drastisch erhöhen müssen, damit das Land einfach nur stillsteht. Wie alle Schneeballsysteme wird auch dieses ein Ende haben – und zwar sehr bald.

Der Dollar wird dramatisch abstürzen und seinen Status als Währungsreserve verlieren. Dadurch wird die U.S. Regierung ihre Defizite nicht mehr begleichen können – auf keinem Markt. Dieser Prozess wird zu endlosem Gelddrucken, kollabierenden Schuldverschreibungen (wesentlich höhere Zinsen) und einem wertlosen Dollar in einem hyperinflationären schwarzen Loch führen.

 

Lassen Sie uns noch einmal betonen, dass Hyperinflation wegen eines Währungskollapses durch Gelddrucken und nicht durch eine erhöhte Nachfrage entsteht. Die schwache, vorherrschende Deflation ist nur ein Vorbote der Hyperinflation. Die Angst vor einem deflationären Zusammensturz zwingt die Regierungen dazu Geld zu drucken. Dies führt zu einem Währungskollaps, der in der Geschichte immer eine Hyperinflation verursachte.

Weiterführende Links:

Countdown zum Kollaps: Lügen bis zur letzten Sekunde   

2 Responses to Das Ende des Wohlstands

  1. dave says:

    Guter Beitrag… nur ein kleines aber wichtiges Detail, es liegt nicht am Geld drucken… den grössten Teil haben die Geschäftsbanken mit Ihrer masslosen Kreditvergabe zu verantworten, da wird nix gedruckt… nur Zahlen in das Computersystem und somit die Bilanz getippt…

  2. I relish, lead to I found exactly what I used to be having a look for.

    You’ve ended my four day long hunt! God Bless you man. Have a nice day.

    Bye

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