Gustave Le Bon: Psychologie der Massen

“Nie hat es die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie nur zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.”

Die „Psychologie der Massen“ von Gustave Le Bon: In alle Weltsprachen übersetzt, hat sich das berühmte Buch über die Seele der Massen und die Gesetze ihrer Beeinflussung und Führung über Jahrzehnte hinweg und bis in die Gegenwart hinein als eine der stärksten Anregungen für Psychologie und Soziologie erwiesen – trotz oder auch gerade wegen manch provozierender These.

Gustave Le Bon gilt damit als Begründer der Massenpsychologie. Seine Wirkung auf die Nachwelt, wissenschaftlich auf Sigmund Freud und Max Weber, politisch insbesondere auf den Nationalsozialismus und seine Protagonisten, war groß.

Zitate von Gustave le Bon

    Dem Menschen einen Glauben schenken, heißt seine Kraft verzehnfachen.

    Wer das Böse entschuldigt, vervielfältigt es.

    Das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, daß es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird.

    Die von einer Generation gesammelten Erfahrungen sind im Allgemeinen für die folgende nutzlos, darum hat es keinen Zweck, geschichtliche Beweise als Ereignisse anzuführen.

    Der Anteil des Unbewußten in unseren Handlungen ist ungeheuer und der Anteil der Vernunft sehr klein.

    Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.

    Die Menge wird sich immer denen zuwenden, die ihr von absoluten Wahrheiten erzählen, und wird die anderen verachten.

    Die Massen urteilen gar nicht oder falsch. Die Urteile, die die Massen annehmen, sind nur aufgedrängte, niemals geprüfte Urteile.

    Menschen von verschiedenartigster Intelligenz haben äußert ähnliche Triebe, Leidenschaften und Gefühle.

    Wissen wir sicher, ob die genialen Ideen der großen Männer ausschließlich ihr eigenes Werk sind? Zweifellos sind sie stets Schöpfungen einzelner Geister, aber die unzähligen Körnchen, die den Boden für den Keim dieser Ideen bilden, hat die Massenseele sie nicht erzeugt?

    In einem kleinen Vorrat an Redewendungen und Gemeinplätzen, die wir in der Jugend erlernten, besitzen wir alles Nötige, um ohne die ermüdende Notwendigkeit, denken zu müssen, durchs Leben zu gehen.

Mit einem nahezu hektischen Eifer hat der Arzt Le Bon Traktate und Kampfschriften publiziert. Unsterblich wurde nur eines seiner Bücher: die „Psychologie der Massen“ von 1895. Sigmund Freud gehörte zu seinen Bewunderern und Nutznießern ebenso wie Adolf Hitler. Er wurde viel kritisiert und beim schnellen Durchblättern seiner Werke könnte man sie sicherlich verärgert wegwerfen und ihn einen Rassisten nennen. Aber das war Le Bon nicht. Er war ein verärgerter Demokrat; liberal bis zu den Knochen. Wäre er ein alter Greis der seine Wut auf die Gesellschaft ablassen würde, wäre die „Psychologie der Massen“ auch nur eine jener zahllosen philosophischen Kuriositäten und Obszönitäten, die das 19. Jahrhundert hervorgebracht hat? So ist es gerade nicht: Gustave Le Bon war ein enttäuschter Aufklärer, ein skeptischer Demokrat, ein Liberaler in des Wortes alter, unvergenscherter Bedeutung.

Sein Hauptwerk die „Psychologie der Massen“ ist auch kein in Vegessenheit geratener alter Schinken der die wirren Thesen eines alten französischen Arztes festhält. Das wissenschaftliche Buch, untersucht das Phämomen, das man in sämtlichen Diktaturen und Demokratien des 20.- und vermutlich auch 21. Jahrhunderts beobachten kann. Eine Menschenmasse – eine Ansammlung von Menschen – bildet eine „neue Seele“ eine „organisierte Masse“ oder wie Le Bon zu Sagen pflegt: eine „Massenpsychologie“. Es geht darum, dass eine Gruppe Menschen sich nicht so verhält wie der Durchschnit all ihrer Charakter es verlangen würde, sondern sie bilden unter bestimmten Umständen eine komplett neue Einheit. Eine neue Massenpsychologie. Genau aufbereitet und einigermaßen verständlich wird im Buch geschildert wann eine solche Massenpsychologie entstehen kann, warum sie entsteht, welche Auswirkungen das hat und welche Phänomene auftreten.

Das Buch zum kostenlosen Download (PDF):

Gustave_Le.Bon_Psychologie_der_Massen.pdf 1.48 MB

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