Geldsystem: Wann kommt der große Knall?

Nur mit Müh und Not gelingt es den Notenbanken, das Finanzsystem noch zusammen zu halten. Doch seit der letzten Krise krachts global an allen Ecken und Enden. Besonderes Problem: Reiche werden immer reicher und unten bleibt nur noch das Hamsterrad.

Von Christopher Klein und Jens Helbig

2016 haben wir es mit einer zunehmend ungerechten Welt zu tun. Das liegt nicht zuletzt an einer massiven, insbesondere zins- bzw. renditebedingten, Vermögens(um)verteilung. Diese hat eine immer stärker zunehmende Vermögens- und Machtkonzentration an der Spitze der Gesellschaft zur Folge.

Der Oxfam-Bericht Anfang 2015 legte offen, dass ein Prozent der Weltbevölkerung mittlerweile mehr als die Hälfte des weltweiten Vermögens besitzt. Gerade die Deregulierung der Finanzmärkte in den USA führte dazu, dass die oberen 10 Prozent der Bevölkerung seither einen überdurchschnittlichen Einkommenszuwachs verzeichnen konnten, während der Großteil der Menschen sich immer schneller im Hamsterrad des Wirtschaftssystems drehen muss um die exorbitanten Renditen weniger Reicher zu erwirtschaften. Wir befinden uns in einer Situation, da der Anteil der oberen 10 Prozent am Gesamteinkommen genauso groß ist wie 1929 – kurz vor der Großen Depression.

Noch deutlicher wird diese Ungleichheit, wenn man betrachtet, dass 146 multinationale Konzerne über mehr als die Hälfte des weltweit zirkulierenden Kapitals verfügen. Damit haben wenige Unternehmen ein Machtgefüge errichtet, dem sich die Politik ob dessen Dominanz nur unterwerfen kann. Heute bestimmt die Weltwirtschaft das politische Geschehen deutlicher als je zuvor und ein Ende dieser Entwicklungen ist nicht in Sicht. Vielmehr ist zu erwarten, dass sich die Situation weiter zuspitzt.

Worin liegen aber tiefere Ursachen der Krisen, die in ständig neuen Worthülsen gekleidet, jedoch stets gleichen Mustern an zerstörerischer Kraft gewinnen und immer wiederkehren?

Wir haben uns auf die Suche der wahren Gründe der Schulden- und Finanzkrise begeben. Die Erkenntnisse waren für studierte Ökonomen nicht einfach zu verdauen. Schließlich bewiesen sie, dass ein wesentlicher Bestandteil, das Fundament der Wirtschaftslehre und insbesondere der Geldpolitik, während des Studiums der Volkswirtschaftslehre – vielleicht sogar ganz bewusst vergessen wurde.

Die wichtigste Erkenntnis war, dass jeder Geldschein, der jemals gedruckt wurde, nichts anderes als einen Schuldschein oder Schulden darstellt. Geld entsteht in unserem Wirtschaftssystem und zwar von Beginn an, ausschließlich durch Schulden bzw. Kreditaufnahme. Schon Privatbanken leihen sich bei der Zentralbank Geld gegen Zinsen und geben es dann an Staaten im Austausch gegen Staatsanleihen weiter.

Denkt man einen Schritt weiter sind Guthaben und Schulden lediglich zwei Seiten derselben Medaille. Zwei Billionen Euro Schulden des deutschen Staates (bzw. der Bürger des deutschen Staates, schließlich bilden sie den Staat) bedeuten, dass auf der anderen Seite zwei Billionen Euro Guthaben stehen.

Unglücklicherweise können diese Schulden lediglich durch neue immer höhere Kredite kurzfristig ausgeglichen werden. Diese sind jedoch erneut mit Zinsen versehen. Das führt in eine unaufhaltsame Spirale der Geldproduktion die die Europäische Zentralbank seit ca. einem Jahr mit dem Aufkauf fauler Staatsanleihen weiter befeuert hat. Einzige Profiteure dieser hochriskanten Strategie sind die Teilnehmer der Finanzmärkte, da der Großteil dieses Geldes niemals dem "einfachen Griechen" erreichen wird, sondern auf der Suche nach der maximalen Rendite in den nebulösen Sphären der Aktienmärkte spurlos verschwindet.

Alte Schulden können also nur mit neuen „zinsbelasteten“ Schulden „begleichen“ werden. Die Zinsen auf Schulden, in diesem Falle Zinsen auf Staatsanleihen – die Schuldscheine des deutschen Staates -, zahlen wir alle indirekt mit unseren Steuern. De facto sind Zinsen auf Staatsanleihen der zweitgrößte Posten im Bundeshaushalt! Im Jahr 2010 hat der Bund 319,5 Milliarden Euro ausgegeben. 2010 entfielen knapp 39 Milliarden Euro auf Zinsen. Damit übersteigen sie die anderen Ausgabenposten im Bundeshaushalt wie z.B. Verkehr (26 Milliarden), Gesundheit (16 Milliarden) und Familie (6,5 Milliarden) bei weitem!

Neben bedenklichen sozialen Konsequenzen verschlimmert diese problematische Funktionsweise des Geldsystems auch eine bereits stark angeschlagene Ökologie. Schließlich müssen die Zinsen für die Schulden immerzu erarbeitet werden, um einen Wirtschaftskollaps zu vermeiden. Außerdem bedeutet eine immer weiter zunehmende Gesamtzinslast, dass sich auch die Wirtschaft immer weiter beschleunigen muss, um dem exponentiellen Charakter des Zinses beizukommen.

In der Kombination der Funktionsweise, dass Geld ausschließlich per Kredit entstehen kann und immer mit Zins versehen ist der sich zu einem Zinseszins akkumulieren kann, liegt eine wesentliche Ursache für die dauerhafte Proklamation von Wirtschaftswachstum. Nur so sind die Zinszahlungen auch weiterhin gewährleistet. Doch unendliches Wirtschaftswachstum in einer endlichen Welt hat schon der Club of Rome schon vor 44 Jahren, 1972, für unmöglich bezeichnet. Dies verdeutlicht eine Grafik aus "Tag auf Tag im Hamsterrad" (S. 77) sehr deutlich. Während die Wirtschaft nämlich höchstens linear wachsen kann, beschreibt das ökologische Wachstum einen logarithmischen Verlauf und das Zinswachstum einen exponentiellen.

Es ist an der Zeit aufzuwachen und dieser Tatsache ins Auge zu sehen. Es herrscht lediglich ein Informationsdefizit in der Bevölkerung angesichts eines Geldsystems, das eine Halbwertszeit besitzt. Je mehr Menschen sich jedoch auf die Suche nach nachhaltigeren und ethisch und sozial gerechteren Wirtschaftssystemen begeben, umso schneller werden wertvolle Erkenntnisse auf Gesamtgesellschaftlicher oder gar Globaler Ebene Realität.

www.geldsystem-verstehen.de

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14 Responses to Geldsystem: Wann kommt der große Knall?

  1. joah says:

    Bisheriges Wissen noch mal im Mikrowellengerät wiederaufgewärmt: komischer Weise lese ich nie etwas davon, dass die Leute Ökonomie oder Geldsysteme nicht verstünden, ja letztendlich überhaupt nicht mit Geld (hier Währung gemeint) umgehen können. Das sollte vielleicht auch mal tiefgründig thematisiert werden.

  2. Gandalf says:

    ….alles logisch mathematisch erklärt.

    ABER dann kommt die EZB und zaubert kein weißes Kanninchen sondern nen weißen Elefanten aus den Hut und das System ist wieder für die nächsten 2-3 Jahre gerettet.

    ergo – man kann versuchen zu planen – aber auf etwas verlassen tu ich mich nicht mehr

  3. fdominicus says:

    Ich frage es mich seit ungefähr 2008 verstärkter. Eine sozial gerechtere Wirtschaftsform ist einfach zu finden. Eine Wirtschaft in der der Kunde zählt und die Anzahl der Gesetze und ganz bestimmt ist es auch keine Wirtschaftsform in der soziale Gesetzgebung über allem Anderen steht. Eine sozial gerechteres Wirtschaftssystem kann auch niemals eine Zentralbank haben die beliebig gesetzliche Zahluhgsmittel schaffen kann und es ist auch keine Wirtschaftsformm bei der eine Einlage bei einer Bank automatisch ein Kredit an die Bank wird.

    Erhard hatte eine klare Idee über eine gerechter Wirtschaft genau wie von Mises. Aber gewonnen haben die Sozialdemokraten aller Farben und deren System weder mit sozial noch mit gerecht zu tun.

    • joah says:

      Ich lese aus Ihren Worten heraus, das Sie den Sozialismus gerne wieder hätten.

      • fdominicus says:

        Dann ist es mit Ihrem verstehenden Lesen nicht weit her. Erhard und Sozialismus in einem Bericht zu erwähnen ist wohl eher unüblich und wenn von Mises auftaucht und Sie Sozialisms versthen, dann sind Sie wirklich ahnungslos.

  4. Menschenfreund says:

    Alles lebt. Auch die Marktwirtschaft. Marx, Erhard, Mises, Jesus, Mohamed alle haben gute Ideen die in ihrer Zeit passend waren. Sie wurden alle mal irgendwo umgesetzt und sind in der Reinform immer ein Reinfall geworden. Die sind alle zu statisch. Das Leben ist dynamisch. Daher wird das Geldsystem auch nicht zu Ende sein. Doch ein Ende wird es geben. Wenn die Sonne explodiert oder ein Komet die Erde trifft und die Menschheit ausgestorben ist.

    • fdominicus says:

      Erläutern Sie einfch mal an etwa von von MIses 100 % it umgesetzt wurde. Ein Reinfall war bisher jeder Versuch Sozialimu zu etablieren und ein Reinfall war bisher immer (ohen Ausnahme) ein "Wohlfahrtsstaat".

  5. Holzbock says:

    Das durch den Zins verursachte wachsende Ungleichgewicht von Gesamtsumme allen Geld-Guthabens und Gesamtsumme aller Geld-Schulden ist mathematisch zwangsläufig, solange man es ohne die Sachwerte betrachtet. Zieht man diese aber mit ins Kalkül, dann wäre – grundsätzlich jedenfalls – eine Rückzahlung aller Schulden möglich, nämlich durch Sachwerte, etwa Grundstückseigentum, oder Kartoffeln usw. Damit würden Banken zu Großgrundbesitzern und dem Volk die Sachwerte enteignet. Das funktionierte auch im internationalen Handel. Ob das eine gute Idee wäre ist eine andere Frage.

    • fdominicus says:

      Und was hat das mit der Wirklichkeit zu tun. Wenn man natürlich glaubt Wohlstand wäschst auf den Bäumen, Strom kommt aus der Steckdose und Geld aus dem Automaten dann reicht es intellektuell eben nicht dafür zu erkennen. Was Zins wirklich ist.. Ich will Sie auch gar nicht von Ihre Unwissenheit entlaten. Man kann wissen, Sie wollen es nicht.

  6. Simon says:

    Wenn die Leute denken, Geld würde durch "Anlage" für sie arbeiten, brauchen sie sich nicht zu wundern, wenn sie immer mehr für die "Anlagen" der Superreichen arbeiten müssen. Solange jeder an seinen eigenen kleinen Vorteil denkt und das Gesamtproblem nicht sieht, und nicht sieht, wie er sich damit letztendlich selbst schadet, wird es so weiter gehen. Es ist eine Bewusstseinsfrage!

    • fdominicus says:

      Oh, je was passiert denn mit einer Anlage? Erklären Sie doch mal einfach was passiert wenn man Geld "anlegt". Vielleicht erkennen Sie dann das Problem?

  7. SecurityScout says:

    Einfache Dinge verstehen die meisten Menschen nicht.

    Die Welt ist eine Firrma geworden.

    Nützliche Mitarbeiter dürfen bleiben.

    Un-Nützliche Mitarbeiter müssen gehen.

    Das bedeutet, die Lösung liegt darin alle unnützen Menschen

    “gehen zu lassen”!

    Über das WIE sind sich die Mächte un-einig.

    Einige wollen rund 6 Milliarden Menschen liquidieren durch Krannkheiten etc.

    andere wollen es “sozial-verträglich” gestalten, also auf direkte Tötungen

    verzichten.

    Dann kann es mit dem Geld-System noch eine ganze Weile weiter gehen!

    Durch zunehmende Automation bzw. “KI” (künstliche Intelligenz) braucht man

    immer weniger Menschen.

    Die Lösung:

    Die Menschen müssen erkennen, das sie ALLE EINS sind.

    Wer das nicht erkennt, hat alleine keine Chance und wird untergehen.

    JEDE Lösung liegt im Inneren eines jeden Menschen.

  8. Gustav Gnauer says:

    Der Kessel des geldsystem steht gewaltig unter druck. Viele Menschen haben erkannt, daß es vom Staat Geld gibt, zwar nicht viiel aber es lohnt sich nicht stattdessen einen Niedriglohnjob zu machen. Da arbeitet man lieber nicht kassiert harz IV und schafft schwarz ! Lebt günstig und sparsam, kauft viel gebraucht, so viel Leute verschenken im Internet gutes Zeugs, wir haben jetzt grade eine ganze Wohnzimmereinrichtung kostenllos bekommen ! Tja und so steigt man aus dem Hamsterrad aus "! Das macen schon ganz viele, weil sie einfach nciht mehr strampeln können ! Wenn das Schule macht, ist bald Schicht im Schacht , lange geht das nicht mehr, da bin ich mir sicher – 2020 ist Ende Geländer – spätestens ! Wollen wir wetten ?

  9. Korte, W. says:

    Geld ist die Grundlage für Betrug und Kriminalität. Warum ? Ohne Geld gäbe es z. B. keine Korruption. Geld kann man rauben und verplempern oder stapeln, Kartoffeln aber nur sehr begrenzt. Ohne Geld gäbe es auf der einen Seite keine Armen und auf der anderen Seite keine Reichen. Nur mit Geld funktioniert der Betrug. Solange Ware gegen Ware getauscht wurde/wird, kann niemand arm oder reich werden, denn z. B. Kartoffeln kann man nur soviele und solange lagern und essen, solange sie nicht anfangen zu faulen. Jedoch Geld kann man unendlich stapeln und sich dafür leisten, was man meist nicht verdient hat.

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