Das Geldsystem: Kartenhaus wackelt und keiner merkts

Die Ruhe an den Finanzmärkten trügt. Nie zuvor war das System anfälliger. Das globale Finanzsystem gleicht einem Kartenhaus, welches jederzeit kollabieren kann. Es gibt keine Überlebenschance – auch wenn die Welt derzeit von einem solchen Szenario nichts wissen will.

von Egon von Greyerz

Erhöhung des US-Schuldenlimits, Bondkauf durch Fed und BoE, QE 1,2,3,4…, ESM, japanische Gelddruck-Orgie: Was bedeuten heute noch Billionen? Die Regierungen dieser Welt sind gerade dabei, wertloses Papiergeld zu drucken, um  wertlose  Papiere zu kaufen. Damit, und mit allen wertlosen Derivaten, werden Anlagen gekauft, die von total realitätsfernen Finanzmechanismen abhängen. Also sind auch die Anlagen selbst wertlos.

Man kann sich das globale Finanzsystem wie ein Kartenhaus vorstellen: Jeder falsche Wert eines Handelspapiers wird künstlich durch den falschen Kurs eines anderen Investments gestützt. Die Lunte der weltweiten Finanzmarkt-Bombe brennt! Es steht mittlerweile außer Frage, ob die Bombe hochgehen wird – es geht nur noch um das Wann und Wie. Trotzdem vegetiert die Welt in glückseliger Unkenntnis unbeirrt weiter vor sich hin.

Die Märkte bleiben weiterhin stabil und überall auf der Welt flüchten sich Investoren in vermeintlich sichere Staatsanleihen. Da wir gerade ein Jahrhundert der künstlichen Wertschöpfung durch die Banken und Regierungen (insbesondere seit den 70-iger Jahren) erlebt haben, glauben viele Anleger, dass Aktien, Anleihen und Immobilien nur steigen können. Ein Verständnis für markt- und risikobezogenes Investieren war im Glücksspiel der Finanzwelt nicht nötig, um garantierte Gewinne abschöpfen zu können. Riesige Hebel und Derivate haben die Märkte in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren zu unermesslichen Risiken mit hohen Gewinnchancen für die Mitspieler gepusht.

Währenddessen kurbeln die Zentralbanken die Druckpressen immer weiter an. Bernanke meinte dazu kürzlich, dass Quantitative Easing eine „unangebrachte“ Beschreibung dieses Prozesses sei. Viel mehr sollte dieser „Sicherheitskäufe“ genannt werden. Wen hält er hier zum Dummen? Was die Fed hier kauft, hat nichts mit „Sicherheiten“ zu tun. In dem Müllberg von Einkäufen der Fed ist überhaupt keine Sicherheit vorhanden. Sie kaufen wertloses Papier mit wertlosem Papier. Das Schneeballsystem ist somit perfekt.

Aber es kann ganz klar gesagt werden: Das Schlaraffenland existiert nicht mehr lange. Das Finanzsystem liegt am Boden, viele westliche Staaten sind bankrott und die Regierungen nehmen immer mehr Schulden auf – Schulden, die niemals mit normalem Geld bezahlt werden können.


Warum glaubt dann aber die gesamte Welt immer noch, dass unser Finanzsystem stabil ist?

  • Erstens, weil dies von total ahnungslosen Regierungen immer wieder gepredigt wird und Investoren es hören wollen.
  • Zweitens, weil die Investoren glauben möchten, dass jede finanzpolitische Entscheidung der Regierungen gut ist. Dabei ist es egal, ob es um eisernes Sparen wie in Europa oder um endloses Gelddrucken wie in den U.S.A. Geht. In Wahrheit sind beide Herangehensweisen absurd.
  • Drittens, weil die Global Player sich immer noch in Sicherheit wägen und zu kurzfristig handeln. Außerdem werden kaum konsequente Lehren aus der Geschichte gezogen.
  • Viertens, da die Investoren solange den Markt manipulieren werden, wie sie Gewinne aus verfälschten Anlagepreisen erzielen können.
  • Fünftens, weil es eine ziemlich ausgeklügelte Ablenkungskampagne der U.S.A. gibt, um den Fokus der Öffentlichkeit von der eigenen Staatsverschuldung und der miserablen Wirtschaftslage auf kleine europäische Staaten wie Griechenland, Irland oder Portugal zu lenken. Diese Staaten sind wahrlich in großen Schwierigkeiten – verglichen mit den Problemen in den USA (Regierung, Staaten, Städte und Regierungsbezirke) sind sie aber verschwindend klein.

Die Mitglieder der Eurozone können jedoch kein Geld drucken. Viele EU-Staaten werden von amerikanischen Ratingagenturen herabgesetzt, während das US-Rating unangetastet bleibt. Das AAA-Rating der USA ist nichts als eine dreiste Lüge und auf ganzer Linie politisch motiviert. Die Ratingagenturen werden die USA erst dann herabstufen, wenn die Schulden wertlos geworden sind.

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10 Responses to Das Geldsystem: Kartenhaus wackelt und keiner merkts

  1. Peter says:

    Sehr guter Beitrag. Besser kann man es nicht ausdrücken. Der Tag der Abrechnung rückt näher. Ich bin gespannt wie die Welt dann im Chaos versinkt dank unseres Geldsystems.

    • Franz says:

      Der Tag der Abrechnung rückt mit Sicherheit näher. Es liegt aber nicht nur am Geldsystem, sondern meiner Meinung nach in erster Linie an der Überbevölkerung. Alle Probleme die wir zur Zeit haben (Flüchtlingswesen, Energie- und Rohstoffknappheit, Rodung des Urwaldes, Zubetonierung von landwirtschaftlichen Flächen, Wohnungsknappheit, soziale Unruhen) sind Folgen der Überbevölkerung. Jeden Abend leben über 200 000 Menschen mehr auf der Welt. Im Jahr sind das mehr als Deutschland Einwohner hat. Die afrikanische Bevölkerung verdoppelt sich alle zwanzig Jahre. Die ersten Folgen des Flüchtlingsstromes spüren wir heute. Dies ist jedoch nur ein Vorspiel.
      Auch wenn die Finanzen der Welt stabil und gesund wären, blieben alle anderen Probleme.
      Eine Lösung kann ich mir nicht vorstellen – leider.

      • mhichael says:

        Hallo Franz,
        Werner Boote macht in seinem Film "Population Boom" ein interessantes Gedankenexperiment: Wenn alle derzeit lebenden sieben Milliarden Menschen nach Österreich gebracht würden, stünde allen noch durchschnittlich 11 m2 Fläche zur Verfügung, immerhin mehr, als einem österreichischen Strafgefangenen zusteht. Dann findet er ua.: "Wenn man erfährt, dass allein das Pentagon täglich mehr Erdöl verbraucht als ganz Schweden. Oder dass alleine der Sudan, wäre er denn ein intakter Staat, das Potential hätte, eine Milliarde Menschen zu ernähren…" daß es sich viel weniger um ein Überbevölkerungs- als vielmehr um ein Verteilungsproblem, weil ein – meine Vermutung – finanzpolitisches Interesse immer reicher werdender Gierhälse und Machtgeiler, handelt.

      • Eva Braun says:

        Es gibt keine Überbevölkerung, du dummer Idiot. Wie oft denn noch? Ist genug Platz und Ressourcen für alle da! 😉 Lass die Scheiße und laber Bill Gates den III. nicht nach!

  2. Freirad says:

    Lieber Peter, weder ist es unser Geldsystem, sondern eines, das "hierherbefreit" oder "hierherdemokratisiert" wurde, und zweitens muß nichts im Chaos versinken. Politisch wäre das alles ganz einfach zu lösen, nur als Beispiel: einfach alles auf Null setzen, alle "Ansprüche" und alle "Verbindlichkeiten" sind einfach gelöscht. Die einen freut's, die anderen ärgert's. So what… so ist es doch immer. Aber die mit den fadenscheinige Ansprüchen, die wollen das nicht. Denn das war ja ihr Ziel, anderen eine Schuld einzubeten. Man könnte politisch auch weitergehen und unsittlich viel Eigentum einfach enteignen und damit die Armen speisen… Sofern es "politisch" gewollt ist. Und sollen wir das den Einkommenspolitikern überlassen? Wir sind alle Politiker und sollten unsere jeweilige Verantwortung übernehmen. Die Zeit der Herrscher ist vorbei, wir müssen das aber nicht in einem alles betäubenden Knall enden lassen, denn danach stünde dann wieder ein Herrscher mit blumigen Versprechungen, wie sicher und bequem die Sklaverei sei…

    • Brunzelmaier says:

      Den einen ärgert's ? Was passiert, wenn der in seinem Ärger einen Radlader ausleiht und seine Bankfiliale zu kleinholz verarbeitet ?
      Und im übrigen…wer wird "danach" noch eine Versicherung, ein Konto oder ähnliches abschließen oder haben wollen, wenn plötzlich, das was 100% versprochen war, gebrochen wurde. ?

  3. Martin says:

    Ich weiß nicht recht,. Dhre Ausführungen gehen noch immer von einer Logik im Finanzsystem aus, von logischen Gesetzen hinter den Finanztransaktionen. Ich kann keine erkennen. Wenn wirtschaftliche Zusammenhänge im Sinne der Volks- oder Betriebswirtsschaft tatsächlich zu unausweichlichen Situationen führen würden, wäre das System längst zusammengebrochen. Alle Konzepte der Wirtschaft- oder Finanzwirtschaft sind aus meiner Sicht ideologische Geschichten. Alles wird einfach so gemacht, damit das gewünschdte Ergebnis rauskommt.
    Ich finde das übrigens sehr hilfreich das festzustellen, denn es wirkt befreiend wenn man all die Konzepte und wirtshcaftlichen Unausweichllichkeiten genüßlich über Bord schmeißen kann. All das Uni- oder Schulwissen einfach in den Müll? Genial, was?

  4. Kuffi says:

    Naja, das hör ich schon seit 30 Jahren. Aber ja: Zuerst wundert man sich das nix passiert, und wenns passiert, wundert man sich das es so schnell ging haha

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