Das Finanzsystem ist nicht alternativlos

Dass das Finanzsystem vor dem nächsten Kollaps steht, ist offenkundig und systembegründet. Zinseszins, Buchgeldschöpfung und Derivatehandel haben einen Schuldenberg aufgetürmt, dem nicht ansatzweise reale Werte gegenüberstehen.

Zugegeben, die Mehrheit der Artikel dieses Blogs ist geradezu deprimierend. Dummheit, Rückgratlosigkeit und Menschenverachtung bestimmen schließlich das Bild der Mainstreammedien. Selbst ihr vorgetäuschtes Mitleid mit Hunderttausenden Flüchtlingen, die in Wahrheit Opfer der von ihnen propagierten, verbrecherischen Politik sind, ist nichts anderes als politisches Kalkül. Verständlich deshalb, dass manch ein Zeitgenosse sich angesichts systematischer Verblödung und vermeintlich alternativloser Politik ins Private zurückzieht und in politische Apathie verfällt.

Genau das ist es aber, was die Profiteure des Systems, die schon sprichwörtlichen 1%, wollen und worauf ihre in vielerlei Hinsicht (Krieg, Hunger, Ausbeutung) verbrecherische Herrschaft basiert: Die stillschweigende Zustimmung der Massen.

Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.
Henry Ford
 

Die unabdingbare Grundlage für gesellschaftliche Veränderung sind zunächst einmal die Aufklärung über Missstände, die Analyse ihrer Ursachen und die Suche nach alternativen Lösungen. All das wäre Aufgabe eines echten Journalismus.

Dass das Finanzsystem vor dem nächsten Kollaps steht, ist offenkundig und systembegründet. Zinseszins, Buchgeldschöpfung und Derivatehandel haben einen Schuldenberg aufgetürmt, dem nicht einmal mehr ansatzweise reale Werte gegenüberstehen und der in absehbarer Zeit einstürzen muss. Noch in der Krise 2008 haben die Eliten profitiert, die dieses System erschaffen haben und die es bis heute ohne demokratische Kontrolle und vorwiegend privatwirtschaftlich organisieren. Ihre Vermögen und Einkommen wachsen, während Löhne stagnieren und prekäre Beschäftigungen zunehmen.

 

Milliarde

So weit, so deprimierend. Der – neben vielen anderen – entscheidende Unterschied zur Weltwirtschaftskrise der 20er und 30er Jahre ist der, dass wir heute nicht nur von den Erfahrungen der Vergangenheit lernen können, sondern dass wir heute in einer global vernetzten Informationsgesellschaft leben, die zwar Kriseneffekte beschleunigen kann, aber auch die Planung und Durchführung von Gegenmaßnahmen und tiefgreifender Reformen, bis hin zum Aufbau eines komplett neuen Finanzsystems erleichtert.

Nie zuvor in der Geschichte stand so viel vernetzte Intelligenz zur Verfügung, um eine kommende Krise zu lösen und sogar gestärkt aus ihr hervorzugehen.

Was sich als Krise abzeichnet, ist gleichzeitig eine große Chance, wenn man sie als solche erkennt und richtig nutzt. Die Chance nutzen bedeutet: die immanenten Fehler des alten Systems erkennen, sie zu beseitigen oder von Grund auf ein neues Finanzsystem zu erschaffen, das dauerhafter, gerechter und demokratischer ist als das Althergebrachte, das noch aus feudalen Zeiten stammt. Die Chance in der Krise zu erkennen, ist deshalb so wichtig, weil die Masse es nicht den 1% überlassen darf, wie mit ihr umzugehen ist. Diese Eliten werden alles daran setzen, den Schaden erneut zu sozialisieren und andererseits versuchen, das verhängnisvolle System zu restaurieren.

Eine kluge Analyse des vor dem Kollaps stehenden, althergebrachten Systems und ein ermutigendes Beispiel, dass es auch anders geht, dass man ein Finanzsystem auch so organisieren kann, dass der nächste Kollaps nicht durch exponentielle Verschuldung vorprogrammiert ist oder einige Wenige von der Arbeit der Vielen profitieren, gibt der österreichische Wirtschaftswissenschaftler und Freigeist Franz Hörmann in einem aktuellen Vortrag in Wien. Trotz der zugegebenermaßen schwierigen Thematik, schafft es Hörmann nahezu durchweg auch für Laien verständlich darzulegen, was schief läuft und wie es anders laufen könnte.

Der Mitschnitt ist zwar insgesamt 2 Stunden und 20 Minuten lang, davon sollte sich aber niemand abschrecken lassen, da nur die erste Stunde aus Hörmanns Vortrag besteht, auf den dann Rückfragen und Diskussion folgen. Wer die ersten  Minuten gehört hat – und Hörmanns Vorstellungen bisher noch nicht im Detail kennt -, wird sehr wahrscheinlich dran bleiben und kann dabei eine Menge lernen.

Es geht hier nicht darum, Hörmanns Ideen als der Weisheit letzter Schluss zu propagieren. Es handelt sich um den wohl durchdachten Denkanstoß eines anerkannten Experten, der vor allem geistige Türen öffnen und klar machen soll, dass es immer Alternativen gibt und dass wir die Krise dazu nutzen können und sollten, eine bessere Welt zu bauen. Die freche Behauptung des Gegenteils, dass es angeblich keine Alternativen gebe, ist ein schäbiger Versuch, Menschen zu entmutigen und im Sinne der Eliten unmündig zu halten.

 

9 Responses to Das Finanzsystem ist nicht alternativlos

  1. gscheitle says:

    Sehr gute und verständliche Darstellung unseres Gaunergeld-Systems UND sehr gut vorgestellte, bessere Alternative.! Ob es kommt ist aber zweifelhaft: die meisten Menschen interessiert das nicht, seltsamer Weise!

  2. fdominicus says:

    Ist es nicht und es hat auch mal viel besser funktioniert. Doch seit die Staaten die Oberhoheit über Geld (eigentlich gesetzliches Zahlungsmittel haben) ist ein regelmäßiger Zusammenbruch vorprogrammiert. Geld statt IOY und Einlagen die nicht sofort automatisch ein Kredit an die Bank werden können daran etwa ändern.

  3. Gundula says:

    Ein Finanzsystem, mit dem vom System vorgeschriebenen Steuer-Zahlungsmittel, namens Geld, in unserem Fall: OIRO, ist für das Leben und Überleben des Systems und seiner Betreiber, alternativlos alternativlos.

  4. Friedhelm says:

    J.W.Goethe * Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern*

    Haman zu König Ahsveros (AT Buch Esther)

    Du kennst das Volk,das man die Juden nennt,
    das außer seinem Gott nie einen Herrn erkennt.
    Du gabst ihm Raum und Ruh,sich weit und breit zu mehren
    und sich nach seiner Art in Deinem Land zu nähren.
    ……sie haben einen Glauben,der sie berechtigt,
    die Fremden zu berauben,
    und der Verwegenheit stehn Deine Völker bloß….
    Er weiß mit leichter Müh`und ohne viel zu wagen,
    durch Handel und durch Zins Geld aus dem Land zu tragen.
    Auch finden sie durch Geld den Schlüssel aller Herzen,
    und kein Geheimnis ist vor ihnen wohl verwahrt,
    mit jedem handeln sie nach seiner eignen Art.
    Sie wissen jedermann durch Borg und Tausch zu fassen;
    der kommt nicht los,der sich nur einmal eingelassen….
    Es ist ein jeglicher in Deinem Land
    auf ein und andre Art mit Israel verwandt,
    und dieses schlaue Volk sieht einen Weg nur offen:
    Solang die Ordnung steht,hats`nichts zu hoffen.

  5. sam says:

    Gib hier Deinen Te haben einen Glauben,der sie berechtigt,
    die Fremden zu berauben,
    und der Verwegenheit stehn Deine Völker bloß….
    Er weiß mit leichter Müh`und ohnext ein!

  6. Franz Stefan says:

    Egal, ob Hörmanns Ideen als der Weisheit letzter Schluss angesehen werden oder nicht, das größte Manko besteht darin, daß aus den Erkenntnissen keine Taten folgen ! Auch der große Herr Geheimrat mahnte schon seinerzeit: es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch TUN !

    • Uwe says:

      Gut gesagt und erkannt. Und selbst? "So viel hat der Mensch vom Wissen, wie er in die Tat umsetzt" von Franz von Asissi
      Es gibt Zinsfreies Geld und Wertehinderdeckung. Seit Jahren möchten "die da", es zerstören. Ich setze mich ein für neue Strukturen. Die Königliche Reichsbank. koenigreichdeutschland.org
      Nun bin ich gespannt.

  7. Friedel says:

    Vielen Dank an den Autor für den Hinweis auf den Mitschnitt des Vortrags von Franz Hörmann (Youtube: Nach dem Ende des (Schuld-)Geldes – Franz Hörmann 5.7.2016 -). Aus meiner Sicht liefert der Vortrag auf 19 Folien (u.a.) den gedanklichen Überbau für die Überwindung des derzeitigen Schuldgeldsystems – ganz konkret und nicht als ominöser “Plan B” wie bei anderen Autoren.

    Zu Friedhelms (s.o.) Zitat aus Goethes “Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern” möchte ich anmerken: In der Spiegel/Bertelsmann-Fassung wurde (u.a.) genau dieser Textteil zensiert (habe ich überprüft). Nun ist das Interesse der Rothschilds an Goethes Nachlass nichts Neues, aber dass es bis in die heutigen Tage reicht (dies ist natürlich nur eine Vermutung von mir), macht mich sprach- und fassungslos.

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